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My Ancestors (Ausstellungsansicht Schwules Museum* 2018)

2018 hat das Schwule Museum ein „Jahr der Frau_en“ ausgerufen, im Mai wurde die Ausstellung „Lesbisches Sehen“ eröffnet. Was für ein fabelhafter Rahmen für die Serie „My Ancestors„, die ich 2008 in Wien das letzte Mal so umfangreich gezeigt habe.

Nadine Lange schreibt über die Ausstellung im Tagesspiegel.

 

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On beauty

Ein Sommer ohne Modelle: Im April hatte ich die letzte Sitzung mit A., im Mai noch einen Termin mit H., und seitdem ruht dieser Teil meiner Arbeit. Vielleicht war einfach mal Zeit für eine Pause? Immerhin arbeite ich inzwischen seit 15 Jahren an der Gender-Serie playgender.wordpress.com .

„Pause“ bedeutet natürlich nicht „keine Kunst“, sondern „andere Sachen machen“. Zum Beispiel diese Aquarelle.

Where does my mind reside? (featuring AusgehDörte)

Im Fernsehen eine Doku über den Waldrapp; auf einem Zettelchen notiere ich schnell „Waldrapp Hintergrund Jan“. Warum bloß? Wegen der Frisur oder der Wimpern? Ich recherchiere.

Der Waldrapp: Verwandter des Schopfibis

Ibis: Attribut des altägyptischen Gottes Thot

Thot: der Gott der Schreibenden und des Schreibens.

Ach guck! Jan ist Chefredakteur der Siegessäule, das passt doch!

Für den Hintergrund von Stephanies Portrait hatte ich zwei Stichworte: Fischpredigt und Hechtgarage.

Also mal sehen … Hechtgarage ist vielleicht zu speziell, aber die Fischpredigt des hl Antonius gibt es u.a. als romantisches Kunstlied in „Des Knaben Wunderhorn“. Ah, Romantik: Delacroix, „Die Freiheit führt das Volk“. Und Géricault, vor genau 200 Jahren, „Das Floß der Medusa“.

Die französische Fregatte Méduse mit Kurs auf Senegal ist 1816 auf eine Sandbank aufgelaufen und gekentert, der unfähige Kapitän, der nicht aus fachlichen, sondern politischen Gründen das Kommando hat, ist einer der Ersten in den Rettungsbooten, die nur für die Hälfte aller Menschen an Bord ausreichen. Aus den Masten und Rahen der Méduse wird ein Floß gebaut, das von den Boote geschleppt werden soll. Doch schon nach kurzer Zeit kappt man die Seile und überlässt 149 Menschen ohne Nahrung und Trinkwasser ihrem Schicksal auf dem Meer. Es kommt zu entsetzlichen Kämpfen ums Überleben. Nach 12 Tagen können noch 15 Personen gerettet werden.

Das Bild wird ein Skandal. Es schildert in realistischer Manier, was Dummheit und Unmenschlichkeit anrichten und was ohne Vernunft, Anstand und moralischen Kompass geschehen kann. 

Und da steht nun Stephanie, den Füllfederhalter gezückt, und ist bereit, wenn nötig auch den Fischen zu predigen, auf alle Fälle einzutreten für Vernunft und Gerechtigkeit, für Menschlichkeit und Anstand.

Der heilige Antonius soll ihr beistehen, als Patron bei Schiffbruch und in Kriegsnöten.