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Atelier August 2015

Atelier August 2015


Wow!
Ganz schön, wenn sie da alle hängen. Auch ganz schön viel fertig geworden in der letzten Zeit. Es läuft gerade gut, muss an den Sternen liegen, oder den Planeten – ist nicht gerade Jupiter-Jahr? ;-)

Boy on a roebuck (featuring KAy Garnellen), 2015, 100 x 100, Öl/Leinwand

Boy on a roebuck (featuring KAy Garnellen), 2015, 100 x 100, Öl/Leinwand

Es war Sommer, und wir lernten uns bei einem Bruce LaBruce – Dreh kennen. Das Porträt war schnell gemalt, aber mit dem Hintergrund hatte ich meine Schwierigkeiten. Ich hatte irgendetwas mit Comics im Sinn – vermutlich angeregt durch eins von den Tattoos, fällt mir gerade ein. Aber soviel ich auch recherchierte und skizzierte, all die Helden und Superheldinnen konnten mich nicht überzeugen. Vielleicht hilft die Mythologie? Könnte KAy, wie damals Europa, auf einem Stier sitzen? Ein neues Recherchefeld tut sich auf: Rinder, Stiere, Kühe, Ochsen, Mufflons, Bisons, ein Rehbock … Moment mal, ein Rehbock? Märchen kommen mir in den Sinn: Der goldene Rehbock. Brüderchen und Schwesterchen. Der weiße Bär in “Östlich von der Sonne und westlich vom Mond”. Die Brüder Grimm. Romantik. Caspar David Friedrich. Und schließlich Francisco de Goya und sein Wandteppich-Entwurf “Boy on a ram”.

… finally … for the time being.

Das Porträt haben wir schon im letzten Sommer gemalt – oder war es sogar der vorletzte? Aber mit dem Hintergrund hat es sich hingezogen, da kam immer nochmal eine andere Idee dazwischen, oder eine kleine Änderung, oder der Wunsch, hier und da noch zu perfektionieren. Aber ich lass das jetzt so. I love you, but I’ve chosen disco.

I love you but I've chosen disco

I love you but I’ve chosen disco

Im Deutschlandradio höre ich, dass Utta Danella gestorben ist. Ich kannte sie aus dem Bücherregal meiner Oma, und ihr erster Roman, “Alle Sterne vom Himmel”, hat mich als Teenager schwer beeindruckt. Was daraus wurde, habe ich hier beschrieben.

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Koenraad steht Modell und zitiert dabei Camus: “Il faut imaginer Sisyphe heureux.”
Empfindet er das Stehen vielleicht als so anstrengend, als müsse er wieder und wieder einen schweren Felsen bergauf wuchten? Oder scheint ihm die Unternehmung ähnlich vergeblich? Liegt es daran, dass wir bereits das zweite Bild zusammen machen? (Hier das erste.)
Andererseits: The struggle itself is enough to fill a man’s heart. Stellen wir uns Koenraad also glücklich vor.
Und denken über die “Conditio humana” nach, denn seit Camus wird der Sisyphus-Mythos als eine Allegorio darauf gedeutet. Da gibt es einen Renaissance-Maler, dem zugeschrieben wird, sich als einer der ersten künstlerisch mit den Bedingungen des Menschseins auseinander gesetzt zu haben: Piero di Cosimo. Der Florentiner Giovanni Vespucci hat Ende des 15. Jhdts zwei Bilder bei ihm in Auftrag gegeben, eins davon ist “The discovery of honey by Bacchus”. Bacchus und Ariadne sind mit einer Gruppe Faune und Satyrn unterwegs, die mit Lärm und Getöse auf einen Bienenschwarm einzuwirken versuchen und dabei den Honig entdecken.
Cosimo, von dem es heißt, er sei “more beast than man” gewesen, thematisiert die Interaktion zwischen Mensch und Tier, den Gegensatz zwischen dem Wilden und dem Domestizierten, den “animal spirit within humankind”. Was hat das wohl mit Koenraad zu tun?

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Art 11/2013

Art hat ein ganzes Heft über Künstlerinnen gemacht, das ist fein, 2013 ist es gewesen. Gestern hab ich mich hingesetzt, ein Skalpell genommen und alle Künstlerinnen-Namen ausgeschnitten. Jeden einzelnen, egal, ob er im redaktionellen Teil auftauchte, in Bildunterschriften, in Auktionsberichten oder Werbung für Ausstellungen. Alle ausgeschnitten und einen kleinen Stapel gebildet. Wenn männliche Künstler erwähnt wurden, dito, zweiter Stapel.
(Von oben nach unten: male – trans* – female)

Als nächstes mache ich das mit einer “normalen” Ausgabe der Art. Bin schon gespannt, was dabei rauskommt. Im letzten Jahrtausend sah das ja noch so aus:

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Art 5/1981

Wer mehr dazu lesen möchte: etwa einmal pro Jahr schreibt Anne Schuessler in ihrem Blog was Kluges zum Thema “Frauen zählen”, Anne Roth sammelt auf 50 Prozent, und bei Twitter gibt es den Hashtag #50prozent.

Now seeming sweet (featuring Stephan Grossmann), 2015, 100x100, Öl/Leinwand

Now seeming sweet (featuring Stephan Grossmann), 2015, 100×100, Öl/Leinwand

“Der Fuchs braut”, sagt man in Schlesien, wenn sich ein Gewitter ankündigt, in Finnland heißt das Nordlicht “Feuer des Fuchses”. Das hat eine lange, wirklich lange Tradition: bereits die Germanen wussten, dass ihr Wettergott Thor an roten Tieren besonders viel Gefallen findet, ganz klar, die Farbe von Blitz und Feuer. Aber dann wieder das Christentum: so ein rotes Fell könne doch nichts Gutes bedeuten, hieß es, und der Fuchs sei mitnichten ein göttliches, sondern vielmehr ein Teufelstier. Da hatte er seinen schlechten Ruf weg. In Europa zumindest. In Japan sieht die Sache schon wieder anders aus. Dort ist der Fuchs ein Verwandlungskünstler mit magischen Fähigkeiten, ein Zauberer, je älter, desto mächtiger. Ein Schauspieler, sozusagen?

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