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Art 11/2013

Art hat ein ganzes Heft über Künstlerinnen gemacht, das ist fein, 2013 ist es gewesen. Gestern hab ich mich hingesetzt, ein Skalpell genommen und alle Künstlerinnen-Namen ausgeschnitten. Jeden einzelnen, egal, ob er im redaktionellen Teil auftauchte, in Bildunterschriften, in Auktionsberichten oder Werbung für Ausstellungen. Alle ausgeschnitten und einen kleinen Stapel gebildet. Wenn männliche Künstler erwähnt wurden, dito, zweiter Stapel.
(Von oben nach unten: male – trans* – female)

Als nächstes mache ich das mit einer “normalen” Ausgabe der Art. Bin schon gespannt, was dabei rauskommt. Im letzten Jahrtausend sah das ja noch so aus:

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Art 5/1981

Wer mehr dazu lesen möchte: etwa einmal pro Jahr schreibt Anne Schuessler in ihrem Blog was Kluges zum Thema “Frauen zählen”, Anne Roth sammelt auf 50 Prozent, und bei Twitter gibt es den Hashtag #50prozent.

Now seeming sweet (featuring Stephan Grossmann), 2015, 100x100, Öl/Leinwand

Now seeming sweet (featuring Stephan Grossmann), 2015, 100×100, Öl/Leinwand

“Der Fuchs braut”, sagt man in Schlesien, wenn sich ein Gewitter ankündigt, in Finnland heißt das Nordlicht “Feuer des Fuchses”. Das hat eine lange, wirklich lange Tradition: bereits die Germanen wussten, dass ihr Wettergott Thor an roten Tieren besonders viel Gefallen findet, ganz klar, die Farbe von Blitz und Feuer. Aber dann wieder das Christentum: so ein rotes Fell könne doch nichts Gutes bedeuten, hieß es, und der Fuchs sei mitnichten ein göttliches, sondern vielmehr ein Teufelstier. Da hatte er seinen schlechten Ruf weg. In Europa zumindest. In Japan sieht die Sache schon wieder anders aus. Dort ist der Fuchs ein Verwandlungskünstler mit magischen Fähigkeiten, ein Zauberer, je älter, desto mächtiger. Ein Schauspieler, sozusagen?

Biester

Walter scheint ein gesuchtes Modell zu sein.

“You have more artists doing your portrait than the average Medici prince”, kommentiert ein Freund, und ich notiere das sofort auf der Leinwand. Was mir während der Zusammenarbeit sonst noch auffällt, schreibe ich dazu.

Zum Beispiel: Rhinozeros.

Unsere Gespräche mäandern spielerisch von Richard III zu Nena, da ist es doch gut möglich, thematisch auch dieses besondere Tier zu streifen. Vielleicht das berühmte “Rhinoceron” von Dürer, das angeblich nach dem Bericht eines Augenzeugen angefertigt wurde. Gleich mal im Internet gucken und lernen, dass es noch mehr berühmte Artgenossen gibt. Ein Nashorn reiste um 1515 im Rahmen eines diplomatischen Geschenkeaustauschs von Indien über Portugal nach Rom, angetan mit einem “grünen Samtkragen mit Rosen und vergoldeten Ösen”, ein Nashorn Clara tourte 17 Jahre lang durch Europa. Spaßeshalber gebe ich einfach mal “Rhinoceros Medici” in die Suchmaschine ein und bin großäugig überrascht, dass mir ein Ergebnis präsentiert wird. Das Emblem von Allessandro de’ Medici, so lese ich, basiert auf Dürers Rhinozeros.

Also, klare Sache, Walters Portrait soll irgendwie mit den Medicis zu tun haben, was gibt es denn da? Den kleinen Filippo di Francesco i de’ Medici gibt es, ein Haustier neben sich, Blumen im Hintergrund, damit lässt sich doch was anfangen.
Apropos anfangen: die erste Skizze, die wir gemacht haben, findet sich hier.

Nature teaches beasts to know their friends (featuring Walter Crasshole), 2015, 100x100, Öl/Leinwand

Nature teaches beasts to know their friends (featuring Walter Crasshole), 2015, 100×100, Öl/Leinwand

“Ein lebendig Thier/ Das nennen sie Rhinocerus/ Das ist hie mit aller seiner Gestalt abconterfeit/ Es hat ein Farb wie ein gespreckselte Schildkrot/ und ist von dicken Platten uberleget sehr fest/ und ist in der Größ als der Heilffant.”

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Wenn im SchwuZ gefeiert wird, dann aber richtig. Manchmal auch stilvoll. Und zu ganz besonderen Anlässen: warum nicht mal Tuntenschnellzeichnen? Wenn man mich dafür bucht, kommt zum Beispiel sowas dabei raus:

Dörte Hairy Fixie Fate Kaey und Jan

Mehr gibt es hier:

https://www.facebook.com/media/set/?set=a.10155615710505019.1073741856.276475615018&type=1

Hans

Do I entice you? (featuring Prinzessin Hans), 2008

Princessin Hans, “die Amokkinder des Berliner Chansons”, haben Neuigkeiten zu verkünden:
The Snowball Project

Was es damit auf sich hat und wie ich darin verwickelt bin, sollen sie mal lieber selbst erklären. Tun sie auch – in ihrem aktuellen Newsletter.

Schlimm!

Dieses SchwuZ lässt sich ja immer die dollsten Sachen einfallen. Da wird der April kurzerhand zum Tuntenmonat erklärt, und es findet ein Tuntenball statt, an dem ich als Tuntenschnellzeichnerin teilnehme. Ich habe mit dem Genre ja etwas Erfahrung.

In diesem Zusammenhang möchte ich Herrn Goethe zitieren:
Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
durch des Frühlings holden belebenden Blick,
im Tale grünet Hoffnungsglück;
der alte Winter, in seiner Schwäche,
zog sich in rauhe Berge zurück.
Von dort her sendet er, fliehend, nur
ohnmächtige Schauer körnigen Eises
in Streifen über die grünende Flur.
Aber die Sonne duldet kein Weißes,
überall regt sich Bildung und Streben,
alles will sie mit Farben beleben;
doch an Blumen fehlt’s im Revier,
sie nimmt geputzte Menschen dafür.
“Geputzte Menschen” sind mein Stichwort. Denn wer in High Drag, im Fummel oder in Ballkleidung erscheint, erhält selbstverständlich freien Eintritt.

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https://www.facebook.com/events/353180781546099/

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