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Als Jan van Eyck die Arnolfinis porträtierte, malte er mit viel Liebe zum Detail eine sogenannte „Hexe“ an die hintere Wand – einen Spiegel mit der im Mittelalter typischen fertigungsbedingten Wölbung. Diese Wölbung erweiterte den Blickwinkel und zeigte mehr, als das Auge ohne Hilfe zu sehen imstande war. Keine Frage, hier musste Magie im Spiel sein, und um sich vor den bösen Nebenwirkungen zu schützen, war es damals üblich, den Rahmen einer solchen „Hexe“ mit allerlei Heiligkeiten zu dekorieren. Im Fall der Arnolfinis waren das Szenen aus dem Leben von Jesus. Aber was passt zu den zwei von mir porträtierten Frauen? 

Ich habe über Formen modernen „Aberglaubens“ nachgedacht, Überzeugungen, Traditionen oder Rituale, die heute anstelle von Religion helfen, mit den Fährnissen des Lebens zurecht zu kommen. Als erstes fiel mir der Brokkoli ein, als universales Symbol der bewussten Ernährung. Die Wasserflasche. Detox-Produkte. Yoga. Doch dann trat ich gedanklich einen weiteren Schritt zurück, denn nicht nur die Religionen haben sich verändert, sondern auch die Hexen. Der Begriff ist inzwischen mehr stolze Selbstbezeichnung als gefährliche Denunziation. Also brauche ich keinen „Gegenzauber“, sondern kann über Symbole moderner Magie nachdenken. 

Und hier kam das Eichhörnchen ins Spiel. In der nordischen Mythologie bewohnte Eichhorn Rattatöskr die Weltesche Yggdrasil und war verantwortlich für raschen Informationsaustausch zwischen den Welten und natürlich auch für Klatsch und Tratsch. Die Germanen sahen den kleinen roten Blitz als Begleitung des Donnergottes. Im Mittelalter wurde es dann, wie eigentlich alle Tiere mit rotem Fell, mit dem Teufel in Verbindung gebracht. Aber: Hugo van der Goes malte 1470 in das Altarbild „Die Anbetung der Könige“ ein Eichhörnchen auf einen Dachbalken über den Köpfen der Heiligen Familie, als Symbol für die Suche nach göttlicher Wahrheit.

Ein kleiner Wahrheitssucher? Das gefällt mir! 

Today

Ein Jahresvorrat an frischen Leinwänden hält eigentlich länger als bis Mitte Mai. Aber es nützt ja nix, heute habe ich das letzte Exemplar auf die Staffelei gestellt und „angebrochen“. 

Cowgirl

Studie Paula, 2016

Studie Paula, 2016

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Atelier Mai 2016

Die Sterne stehen günstig, scheint mir: jede Menge Portraits in Arbeit und kein Ende in Sicht.

Ach, was macht das wieder für einen Spaß, einfach so vor mich hin zu zeichnen.

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Es ist das Osterfest alljährlich für den Hasen recht beschwerlich.
Wilhelm Busch

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I’ve seen a look in dogs‘ eyes, a quickly vanishing look of amazed contempt, and I am convinced that basically dogs think humans are nuts.
John Steinbeck

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Das kritische Modell:
Warum hast du denn mein Haar so dunkel gemacht?
Wow, meine Nägel sehen ja scharf aus!
Hab ich echt so flauschige Ohren?

C. hatte die Idee, auf dem Rücken eines Bären zu liegen und mit seinem Kopf zu spielen. Wir haben ihr also im Atelier ein Gebirge aus Decken, Sitzsack und Kissen gebaut und so getan, als ob. Jedoch: Wo sind denn die Ohren eines Bären ungefähr, und wie weit müsste der Arm gestreckt sein, um das Tier am Kinn zu kraulen? Die Kissen blieben die Antwort schuldig. Also habe ich kurzentschlossen mit schneller Schere und heißer Nadel einen Bärenkopf angefertigt, mit Stroh gestopft und an eine Decke genäht, die wir über das Kissengebirge breiten konnten. Augen und Nase mit Edding aufgemalt – fertig ist die Arbeitsattrappe. Den Rest erledigt die Phantasie.

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