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Die wieder entdeckte Liebe zum Aquarell hält an. Im Unterschied zu den lebensgroßen Porträts in Öl, die alle painted from life sind, arbeite ich hier auch nach Fotos. Schnelle, kleine, vergnügte Nebenbei-Arbeiten.

Eines der raren Auftragsporträts, die ich sehr selten mache. Soeben fertig geworden, Farbe noch nicht trocken, Künstlerin zufrieden.

Who run the world (featuring Paula), 2017, 70×70, Öl/Leinwand

Showtime

Zu sehen im LUDWIG in der Anzengruberstraße, Berlin Neukölln.

A shepherding moon (featuring Sigrid Grajek), 2017, 100 x 100, Öl/Leinwand

Ein fabelhaftes Foto von Claire hat Guido Woller gemacht: mit Zigarre im Mund und Drink in der Hand, energiegeladen und mit Schalk im Nacken lehnt sie an der Bar, bereit, jederzeit aus dem Stehgreif die ganze Kneipe aufzumischen und zu unterhalten. Mit dieser Energie betritt sie ihre Bühne; wer das mal erlebt hat, vergisst es nicht mehr. Und wenn die Show vorbei ist? Wenn es nicht mehr ums Fokussieren geht, sondern ums Lockerlassen? 

Diesen Moment wollten wir finden und malen, den Transitbereich, in dem aus Claire wieder Sigrid wird. Das Jacket hat sie schon abgelegt, den Schmuck noch nicht, ein Manschettenknopf hat die Arbeit bereits eingestellt, und im Niedersinken ringt sie sich die Krawatte vom Hals … oder hält sich damit gerade noch aufrecht? 

Rückzug in die Natur, ins idyllische Grüne, wo die Schmackeduzchen wachsen.

Claire Waldoffs Lied vom liebestollen Enterich, der sein Schmackeduzchen umschwärmt – ach, die ewige Geschichte des hartnäckigen Verehrers. Pan verfolgt die Nixe Syrinx, Zeus verwandelt sich in diverses Getier, bei Leda in einen Schwan, bei Ganymed in einen Adler … aha, da kommt er auch schon geflogen. Hat er ein Auge auf Claire geworfen? Oder auf Sigrid? Oder kommt er als zorniger Rächer, der Prometheus zeigen möchte, wo der Hammer hängt? 

Prometheus als Rebell, der Urtyp einer autonomen Künstlerpersönlichkeit: 

„Ich dich achten? Wofür?“ lässt Goethe ihn gegen Zeus aufbegehren. 

„Hier sitz ich, forme Menschen

Nach meinem Bilde,

Ein Geschlecht, das mir gleich sei,

Zu leiden, zu weinen,

Zu genießen und zu freuen sich,

Und dein nicht zu achten,

Wie ich!

Fangirling

Nach Jahren mit Ölfarbe ist Aquarell eine Herausforderung, ich muss ja den Bildaufbau praktisch umkehren: da wird die Helligkeit nicht am Ende dick draufgesattelt, sondern von Anfang an ausgespart. Jeder Strich muss sitzen – oder eben hingenommen werden. Und die Gewohnheit, immer mal mit den Fingern die Farbe zu verwischen, führt auf Papier zu nix Gutem. Na, aber Spaß macht das!

Allesamt entstanden nach einem Auftritt von Peter Frost & Size 45 in den Sophiensälen – ich bin jetzt Fan.

Ich war heute beim LCB, um mir Flyer abzuholen und den Aufbau der Ausstellung zu besprechen. So ein schöner Ort! (Villa am Wannsee! Mit Blick! Für Menschen aus Kreuzberg nahezu schockierend idyllisch.) Meine „toten Künstlerinnen“ werden quasi das Rahmenprogramm zur DEAD LADIES SHOW bilden. Wer nicht wegen Sigrid Grajek, Katy Derbyshire, Antje Rávic Strubel, Florian Duijsens oder mir dorthin reisen möchte, kann es allemal wegen der schönen Aussicht tun.

24. Jan – 24. März / LCB, Am Sandwerder 5, Berlin Wannsee

„I badly need a grizzly friend“ – ein Gefühl, das wir alle kennen, oder? Und manchmal wird zusätzlich auch noch ein Huhn dringend benötigt, und ein kleines Vöglein obendrein.