Feeds:
Beiträge
Kommentare

Scream

Jeden Tag ein Aquarell, da kommt einiges zusammen im Lauf einer Pandemie. Und wie ich nun den ganzen Zoo vor mir ausbreite und so recht in Ruhe betrachten will, da fällt mir auf einmal auf: ganz schön laut hier! Quiek! Röhr! Roaahr! Hisss! Grunz! Blaff! Raunz! Alle haben sie offenbar ein wichtiges Anliegen und wollen dringend Gehör finden, und das fühlt sich doch irgendwie vertraut an, das ist ja schließlich auch uns Menschen nicht ganz fremd und könnte so auch bei Demos, in Talkshows, auf Twitter oder was weiß ich wo stattfinden. Nur leider sehen wir Menschen dabei etwas weniger niedlich oder flauschig aus.

Never feeling bored, Aquarell/Papier, 2020

The creature that I always meant to be, Aquarell/Papier, 2020

Never holding back or worried, Aquarell/Papier, 2020

So many tears, Aquarell/Papier, 2020

Stood her up, Aquarell/Papier, 2020

That look in your eyes, Aquarell/Papier, 2020

Didn’t even pause for thought, Aquarell/Papier, 2020

I can’t give it anymore, Aquarell/Papier, 2019

Refuse to be bored, Aquarell/Papier, 2019

Who dis?, Aquarell/Papier, 2019

Turn on the news, Aquarell/Papier, 2020

And all the good times we had, Aquarell/ Papier, 25 x 25

Offering sympathy, Aquarell/ Papier, 30 x 30

Das obere Schwein, „All the good times…“, ist auf Hahnemühle Britannia gemalt, das untere Tier auf Terschelling Classic, beides 300 g – Papiere. Terschelling hat wesentlich mehr Struktur, die Flüssigkeit steht länger. Hahnemühle saugt schneller auf, und die Farbe lässt sich besser layern. Da liegt sie dann und sieht matt aus, staubig fast. Terschelling scheint dagegen fast zu glänzen. Wenn ich es böse formulieren möchte: als hätte ich auf Vliestapete gemalt. 

Eins lacht, eins lächelt – ich mag sie beide gern.

We walked in high heels, Aquarell/ Papier, 25 x 25 cm

Meine Tage sind der Arbeit an der großen Zeichnung gewidmet, die Nächte verbringe ich mit meinem Aquarellkasten, Portraits malend. Neuerdings mehr und mehr Tierportraits. Ein Wildschwein war dabei, ein Hausschwein, ein Opossum, mehrere Katzen, und gestern ein Huhn. Ein Huhn mit so viel Attitude, dass es heute schon eine Käuferin gefunden hat. Ich kann’s verstehen.

Beute

Jagdtradition: die Beute drapieren und mit der Waffe daneben posieren.

Gärtner mit Humor: etliche großgewachsene Zucchini in Reihe legen, mit dem aufgepflanzten Spaten halb dahinter knien, eine grimmig blickende Katze zur Seite.

Die Künstlerin: Fotografiert neueste Arbeiten, findet sich selbst auf dem Foto entbehrlich.

Eine enge Mensch – Ratte – Freundschaft habe ich mal erlebt, das Tier hielt sich bevorzugt unter dem Pulli oder in der Kapuze auf, wurde mit Snacks aus der Umgebung versogt, und wenn es durstig wurde, ließ der Mensch einen Spuckefaden aus dem Mund laufen, to go, ganz ohne Becher. 

Work in progress, Künstlerin in Rückenlage

Pfarrerssohn Christoph Martin Wieland schrieb mit 19 Jahren sein erstes größeres Gedicht „Die Natur der Dinge – Ein Lehrgedicht in 6 Büchern“. Er setzt sich darin mit den großen Modellen zur Welterklärung auseinander und bezieht sich schon im Titel auf Lukrez und sein bahnbrechendes Werk „De Rerum Natura“. Allerdings ist Wieland in dieser Phase seines Lebens noch ganz der christlichen Deutung und Dichtung verpflichtet. Das ändert sich bereits wenige Jahre später, und fortan verkündet er, ganz im Sinne Epikurs, eine Philosophie der heiteren Sinnlichkeit, der Weltfreude und leichten Anmut. 

„Die Natur der Dinge“, work in progress, April 2020

Anatomie für Künstler, wichtige Arbeitsgrundlage für figuratives Arbeiten. Eines der ersten Bücher dieser Art: „Anatomia per Uso et Intelligenza del Disegno“, herausgegeben von Bernardino Genga (1620 – 1690), einem medizinischen Gelehrten, der an der Französischen Akademie in Rom Anatomieunterricht für Künstler gab. Anhand seiner medizinischen Präparate und anatomischen Zeichnungen ließ er von Charles Errard die Kupferstiche für das Buch anfertigen. Das bekannteste Blatt daraus zeigt drei Skelette, am Tor zur Unterwelt herumlungernd.

INGREDIMUR CUNCTI, DIVES CUM PAUPERE MIXTUS

Alle gehen wir ein in das Reich des Todes, arm und reich ohne Unterschied.

„Die Natur der Dinge“, work in progress, März 2020


Ein Buch abschreiben – Zeit dafür ist ja gerade. Normalerweise male ich meine großen Portraits nach Modell, aber seit fünf Wochen ist neimand mehr hier gewesen. Gute Gelegenheit, alle Möbel beiseite zu rücken und den Boden mit einer großen Rolle Zeichenpapier zu bedecken. Und dann in der linken oberen Ecke anfangen und Zeile für Zeile für Zeile die Fläche mit meiner kleinen ordentlichen Handschrift füllen. 

Brummi

Der melancholisch blickende Brummi verdankt seinen Namen vermutlich seiner einst so schönen Brummstimme, die er leider früh eingebüßt hat. Wenn man ihn erst vor- und dann zurückbeugt, kommt aus seinem Inneren nur noch leises Klackern und ein zartes Seufzen.